Der Patriarch von Lautwasser

19. Tag der Seele des Sonnenuntergangs

Anklagesatz des gemeinsamen Partikularkonzils der Kirchen der Melora und des Bahamut für die Provinz Calimshan mit Sitz im Gleißenden Calimport

… unter dieser Prämisse der Congregatio werden angeklagt

  • Scheik Argas Cyrian Griktari
  • Druide Bug Drumlin aus dem Volk der Gnome
  • die Genasifrau Ethilie Blackspirit
  • jener Halbelf, der sich selbst Galadas, Freiherr von Wilfenstedt, nennt, welcher wahre Name ihm auch immer gegeben
  • die Halblingsfrau Firndala Tinkerbell
  • die Halblingsfrau Blaire Darkwood
  • der menschliche Mann Ulissian, unabhängig seiner fehlenden Prozessfähigkeit durch Versteinerung, als gleichwertiger Mittäter

beginnend vor fünfzig Jahren zum Zeitpunkt der Krönungszeremonie des ersten befreiten Sultans
ausgehend vom Stadtteil, ehemals Stadt, Gleißen des Gleißenden Calimports, doch weit über die Grenzen der Stadt und des Reiches reichend
durch Tat, Beteiligung oder willfähriges Unterlassen folgende Verbrechen begangen zu haben:

  • Entweihung eines Tempels, sowie die Unterbrechung und Entwürdigung eines Gottesdienstes
  • Hochverrat durch die unstrittige Beeinträchtigung und Gefährdung des Fortbestands des Sultanats der Griktari; fürderhin Angriff gegen Organe und Vertreter ausländischer Staaten.
  • gemeingefährliche Vergiftung von Wasser in gefassten Quellen, in Brunnen, Leitungen oder Trinkwasserspeichern
  • Verunreinigung des Bodens und der Scholle
  • Verunreinigung der Luft
  • Störung des natürlichen Gleichgewichts und Eingriff in das generelle Erscheinungsbild und die göttliche gewollte Gestalt der irdischen Welt
  • gefährliche Körperverletzung durch Beibringung von Gift, welches verletzten Personen das Sehvermögen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit entriss, oder welche in erheblicher Weise dauernd entstellt wurden oder in Siechtum, Lähmung oder geistige Krankheit oder Behinderung verfallen sind; häufig auch mit Todesfolge der Verletzten oder des ungeborenen Lebens.
  • dies alles heimtückisch, grausam und mit gemeingefährlichen Mitteln aus niederen Beweggründen, daher Mord in zigtausendfacher Anzahl, zumindest jedoch Totschlag oder fahrlässige Tötung in gleicher Zahl
  • gemeinschädliche Sachbeschädigung von geweihten Gebäuden, Grabmälern, öffentliche Denkmälern oder Gegenständen, welche zum öffentlichen Nutzen oder zur Verschönerung öffentlicher Wege, Plätze oder Anlagen dienen.
  • Zerstörung bürgerlicher Bauwerke und wichtiger Arbeitsmittel
  • im Falle des Halbelfen zudem Vortäuschung von Stand und Adel; im Falle der übrigen Unterstützung und Mittäterschaft dieser Anmaßung

Fürderhin wird in diesem Verfahren das Haus Tharan’zhul als Mitkläger zugelassen, um die Folgen und den Ausgleich folgender Verbrechen zu behandeln:

  • Bildung einer Vereinigung, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet ist, Straftaten zu begehen
  • Störpropaganda gegen die Wehrfähigkeit
  • Sabotagehandlungen an Verteidigungsmitteln und Entwendung von Staatseigentum
  • Fahnenflucht
  • sicherheitsgefährdender Nachrichtendienst
  • Versuch der Vielehe im falschen Geschlecht nach dem Recht der Drow
  • Bruch des Eheversprechens gegenüber den Prinzessinnen Luaril und Tika von Tharan’zhul
  • Belastung von diplomatischen Beziehungen zwischen dem Reich der Griktari und dem Haus Tharan’zhul
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Ereignisse bis zur Krönung des Sultans Rasin

Hochsonne

Chronik der Kommandantin der Stadtwache von Lautwasser

11. Tag
Seltsames Volk kommt nach Lautwasser. Die Torwachen berichten von einem Minotauren und einer Drow, die unabhängig voneinander die Stadt betreten haben.

12. Tag
Unbestätigter Goblinüberfall am gestrigen Tag vor den Toren der Stadt. Das Gefolge eines Freiherrn soll vollständig den Tod gefunden haben. Werden morgen den Tatort überprüfen.
Schlägerei im “Plätschernden Brunnen”. Offenbar hatte man es auf die Kasse der Wirtin abgesehen. Anwesende Söldlinge des Kaufmann Quinn LeTerr, darunter der angereiste Minotaur und die Drow, stellen die Ordnung wieder her.

Schuldbuch des Quinn LeTerr

12. Tag
Blaire Darkwood, Firndala Tinkerbell, Galadas Freiherr von Wilfenstedt, Mino, Tika Tharan’Zhul: spontane Unterstützung der Wirtin des “Plätschernden Brunnen”, machen einen aufgeweckten Eindruck. Anzahlung und Buch mit Tierbotschafter-Schriftrollen angenommen. Schuld: Informationsfluss zur Schutzgeldbande aufdecken.

Chronik der Kommandantin der Stadtwache von Lautwasser

13. Tag
Der Freiherr von Wilfenstedt hat seine Gefolge auf dem hiesigen Friedhof bestatten lassen. Goblinüberfall vom 11. Hochsonne damit bestätigt. Was treibt den Stamm so dicht an die Stadtmauern?
In der Nacht Brand im Gasthof “Zum lieblichen Ufer”. Offenbar ein Anschlag auf die Söldlinge des Herrn LeTerr.

14. Tag
Meldung handgreiflicher Auseinandersetzungen mit Todesfolgen in der verlassenen Bootsmanufaktur. Vermutlich hat der Kaufmann sein Recht auf Schutz seiner Handelspartner ausgeübt. Klärung erforderlich.

Schuldbuch des Quinn LeTerr

14. Tag
Blaire Darkwood, Firndala Tinkerbell, Galadas Freiherr von Wilfenstedt, Mino, Tika Tharan’Zhul: Bande in der Bootsmanufaktur ergebnislos zerschlagen. Schuld: Unterbringung im Haus am Südufer genossen.

Chronik der Kommandantin der Stadtwache von Lautwasser

15. Tag
Erhalte Nachricht, dass die Drow Tika die Kriegsbereitschaft der Goblins meldet.

Schuldbuch des Quinn LeTerr

15. Tag
Blaire Darkwood, Firndala Tinkerbell, Galadas Freiherr von Wilfenstedt, Mino, Tika Tharan’Zhul: Persönliches Gespräch über unzufriedenstellende Leistung. Ersatzschuld: Aufdeckung der Pläne der Goblins.

Leias Tagebuch

16. Tag
Ich bin so aufgeregt! Mein erstes Abenteuer und schon sind wir mitten in der Wildnis. Den ganzen Tag in Plattenrüstung zu marschieren, ist zwar sehr unbequem, aber ich fühle mich trotzdem so viel freier. Und ich habe Galadas den ganzen Tag an meiner Seite! Es war eine gute Entscheidung, meinen Dienst zu kündigen und mich diesen Abenteurern anzuschließen. Die Frauen sind zwar etwas derb, aber vermutlich sind sie einfach neidisch auf mich und meinen Schatz. Vielleicht hilft es, wenn ich etwas auf sie zugehe und ihren Ratschlägen etwas mehr Gehör schenke.
Wir sind jetzt an der Ogerhöhe. Der Jäger, der uns führt, sprach von über 100 Goblins, die hier leben. Bin gespannt wie Galadas seine Leute in den Kampf schickt.

17. Tag
Die beiden Goblins, die wir gefangen haben, sind mir unheimlich. Nicht bloß wegen ihres viehischen Äußeren. Sie benehmen sich auch irgendwie seltsam. Zumindest wenn mein Schatz in der Nähe ist. Ich traue ihnen kein bisschen.

18. Tag
Ich bin so froh, dass ich diesen Tag überlebt habe! Um in das Lager des Goblinstammes zu kommen, haben wir uns als Kriegsveteranen ausgegeben, nach denen ihr Oberschamane Sancossug geschickt haben sollte. Mein Galadas hat sich als ein gewisser Lord Theodus ausgegeben und sich sehr imposant in Szene gesetzt. Erstaunlich wie gut er lügen kann …
Die Halblinge hatten den skurillen Einfall sich als eine Person in zwei Körpern zu bezeichnen. Ich habe das nicht verstanden und die Goblins sicher auch nicht, aber es hat die kleinen Biester so sehr irritiert, dass es irgendwie funktioniert hat. Wir wurden reingelassen und von etwa 50 Goblins in Spalier genommen. Irgendwie kam es dann zu Handgreiflichkeiten und alle Schamanen warfen Zauber nach uns und plötzlich war alles voller stinkendem Rauch, so dicht, ich konnte kaum einen Schritt weit sehen. Das war dann wohl auch für die Goblins zuviel und im allgemeinen Durcheinander haben wir es bis zum Bau des Oberschamanen geschafft.
Den eigentlichen Kampf habe ich verpasst. Mino, dieser blöde Ochse, hat mich ausgesperrt und ich musste allein die Stellung halten, während sich der Stamm draußen neu formiert hat. Ohne mich wären die Herren und Damen Abenteurer von hinten überrannt worden.
Jedenfalls haben wir die Goblins jetzt unterworfen und eine Frau befreit, die hier gefangen gehalten wurde und von der wohl auch das ganze Gold der Goblins stammt. Sie war auf einer Pilgerfahrt zu irgendeinem Szepterturm und ihre Reisegruppe wurde überfallen. Sie wurde als Einzige am Leben gelassen und für Wochen hier gefangen gehalten. Sie hat quasi im Dreck unter einer Holzkonstruktion hausen müssen, die wie die umgeworfene Schubkarre eines Riesen aussieht – was auch immer das ist. Die arme Zsara Klarenwald ist reichlich mitgenommen. Völlig abgezehrt und verdreckt.
Im Verlaufe des Tages haben insbesondere Mino, Tika und Blaire versucht, eine geordnete Struktur in den Goblinstamm zu bringen. Die Halblingin und die Drow haben dabei allerdings reichlich übertrieben. Wenn ein Goblin ungehorsam oder zu ungeschickt war, wurde er von ihnen getötet. Kein Wunder, dass Galadas und der Knappe schließlich diesem Meucheln den Rücken gekehrt haben. Ich dachte schon, die Gruppe wäre auseinander gefallen, aber die Halblinge und die Drow kamen am Abend reumütig hinterher. Sie waren ziemlich kleinlaut und Galadas hat sie mit Mino zur Seite genommen, um sich vertraulich mit ihnen zu besprechen.

19. Tag
Gestern Abend hat sich Galadas mit seinen Freunden besprochen und war sehr darauf erpicht, dass ich nicht mit dabei bin. Das hat mein Interesse natürlich erhöht und das alberne Hindernis, über das ich stolpern und Krach schlagen sollte, habe ich einfach umgangen. Normalerweise heißt es ja, der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand, aber diesmal war es Galadas Ehre deren Makel sich offenbarte: er ist überhaupt kein Ritter! Er ist nicht einmal adelig. Er hat sich bloß aufgespielt, den hohen Herren gegeben und ich Dummerchen bin darauf reingefallen. Jetzt verstehe ich auch, was die anfänglichen dezenten Warnungen von Blaire und Firndala mir sagen sollten.
Nun gut, Galadas, was dir gelingt, wird mir ebenfalls von Nutzen sein. Ich habe die Gruppe verlassen. Sie ziehen mit Frau Klarenwald nach Nordosten zum Orakel im Szepterturm. Ich kehre als Leia Freifrau von Wilfenstedt nach Lautwasser zurück.

Tagebuch des Junkers Andreus

22. Tag
Heute ist das Dorf Lindengrund nur knapp einem Brandanschlag entgangen. Glücklicherweise hat sich die Eskorte einer Orakelpilgerin der Sache angenommen und einige Feuerwesen erschlagen. Offenbar haust die Quelle des Übels in der alten Ruine in den Bergen. Die Abenteurer waren sich jedenfalls sicher, dass sie dort nach dem Rechten schauen wollten, bevor sie weiterziehen. Sehr hilfsbereite Leute. Und die Dunkelelfe … all diese Gürtel … bestimmt kann ich sie zu einem Mahl einladen.

23. Tag
Die Abenteurer sind zurück und sie haben ein Wunder bewirkt! Die Statue des namenlosen Patrons in Lindengrund ist gar keine Statue. Sie lebt! Zumindest teilweise, denn nur die Augen bewegen sich. Der Rest ist weiterhin aus Stein. Die Abenteurer um Tika haben versucht mittels Ja-Nein-Fragen mit dem Mann zu kommunizieren, aber ergiebig waren die Ergebnisse nicht. Vielleicht können sie das Orakel befragen, wie dem Mann zu helfen ist.

Animal Messenger an Quinn LeTerr

27. Tag
Ritual teilweise gelungen. Orakel nicht vollständig gebunden. Abenteurer lebendig – Wallfahrertarnung hinfällig. Versuche Kontrolle über Orakel zu kompletieren. Interessantes Kuriosum in Lindengrund. Melde mich wieder, Callista.

Nachricht von Lady Saharel an einen unbekannten Empfänger

27. Tag
Der Eladrinvampir Schandariel ist frei. Nach 200 Jahren Gefangenschaft dürfte sein Durst nach Rache groß sein. Vielleicht wollt Ihr Euch vorbereiten.

Verwelken

Lied des Baumhirten Turlong

3. Tag
Die Schwester singt ihr Kampfeslied, / ich kann sie immer noch hören.
Das Höllentor verschließt sie fest, / so ließ ich sie dereinst schwören.
Fünf Sprösslinge, sie gehen zu ihr, / ich will sie nicht daran hindern.
Des Paladins Not berührt ihr Herz, / so hoff’ ich, sie wird sie lindern.

Cians Tagebuch

10. Tag
Von hier aus kann ich den Minotauren gut sehen. Er liegt schlafend vor einem der Häuser, halb im Trog, und ich kann nur vermuten, ob sein Schlaf auf einem schweren Rausch oder tiefer Müdigkeit gründet. Kinder laufen um ihn herum. Sie haben sich langsam an ihn herangewagt, anfangs misstrauisch und ängstlich, wie es die Art meiner Nachbarn ist, dann mit groben, lächerlich machenden Gesten, wie es ebenfalls die Art meiner Nachbarn ist. Sie haben ihm die Hörner mit Bändern geschmückt; wie einen Prachtochsen, den sie zur Versteigerung führen werden. Es wäre bedauerlich, gäbe dieses von den Göttern mit Intellekt gesegnete Geschöpf sich nicht alle Mühe wie ein dreckiges Vieh zu erscheinen. Die Welt und die Wesen in ihr gehen so zynisch und verachtend mit ihren Gaben um, dass es mich zum Weinen rührt. Heute wollen die Abenteurer in das tiefe Maul hinter den Bergen hinabsteigen. Gewiss findet sie dort der Tod, während sie dem Leben verachtend die Zunge herausstrecken.

Gästebuch des Hauses Einkehr in Wachtkuppe

21. Tag
3-Personen-Zimmer für Blaire Darkwood, Firndala Tinkerbell (beides Halblinge) und Tika Tharan’Zhul (Drow)
2-Personen-Zimmer für den Freiherrn Galadas von Wilfenstedt (Halbelf)
Einzelzimmer für einen Minotauren
Einzelzimmer für einen Grottenschrat
Gemeinsames Abendessen mit zwei angekündigten Gästen, die Dame Cassandra Schlagold und der Schneider Carlos, sowie zwei Frauenzimmern in Begleitung des Minotauren

Illusionäre Botschaft von Dinrael an Tika

22. Tag
Dass sie diese Botschaft erhält, beweist, dass man sich auf Goblins nicht verlassen kann. Der Grottenschrat war deshalb nur der Bote, der ihr den Tod übermitteln sollte. Solange sie ihrem Tod nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht, wird sie die Feuer der Hölle spüren. Sie wird daher den Tod suchen, den ich ihr als Erlösung dargeboten habe.

Chronik der Handelsgilde zu Wachtkuppe

25. Tag
Am gestrigen 24. Tage des Monats Vergehen verbanden sich mehrere unerwünschte Vorfälle zu einem bedauerlichen Ergebnis für einen fahrenden Kollegen der Handelszunft. Im Rahmen eines überraschend und so nie dagewesenen Wutausbruchs des gemeinen Volks entstand allerlei Unruhe in Wachtkuppe. Die Stadtwache war zunächst nicht in der Lage dieses Aufruhrs Herr zu werden. Der Zorn richtete sich gegen besagten Kollegen, Gunter Plötzbögen, im Dienste eines gewissen Quinn LeTerr mit Sitz in Lautwasser. Wie man hört, gelang es dem bedauernswerten Kollegen sich dem Zugriff der Menge zu entziehen und gesund an Leib und Leben unsere Ansiedlung zu verlassen. Wir hörten, dass eine Gruppe Abenteurer sich hilfsbereit und heldenhaft dem Pöbel entgegenstellten. Wie und von welcher Hand hingegen seine Besitztümer, die im Lagerhaus der Gilde untergebracht waren, geplündert wurden, bleibt unerklärlich.
Wir bedauern den Verlust des Kollegen zutiefst. Angesichts der offensichtlich nicht nur über unsere Kräfte, sondern selbst über die Möglichkeiten der Stadtwache hinausreichenden Wucht des Volkssturms betrachtet der Gildenrat den Vorfall als höhere Gewalt. Der Bürgermeister hat diese Einschätzung bestätigt. Ein gegen die Gilde gerichteter Ersatzanspruch des Kollegen Plötzbögen besteht daher nicht. Wir hoffen, dass er seine Geschäfte andernorts erfolgreich fortführen kann.

Urkundenbuch des Standes der Bürger von Evereska

30. Tag
Hiermit bezeuge ich, Gwethan Elthyr, Bürger Evereska seit Geburt, als amtierender Vorstand der Familie Ni Elthyr gegenüber dem Reich und dem Volk der Eladrin von Evereska unter Einhaltung des gebotenen Anstands und der nötigen Sorgfalt das Geschenk der Familienbande gegeben zu haben.
Das Geschenk der Familienbande hat die Halblingsfrau Blaire Darkwood angenommen.
Das Geschenk der Familienbande hat der Gnomenmann Bug Drumlin angenommen.
Das Geschenk der Familienbande hat die Halblingsfrau Firndala Tinkerbell angenommen.
Das Geschenk der Familienbande hat der Halbelfenherr Galadas Freiherr von Wilfenstedt angenommen.
Das Geschenk der Familienbande hat die Drowfrau Tika Tharan’Zhul angenommen.
Das Geschenk der Familienbande hat der Minotaurenmann, aufgrund Amnesie Mino genannt, angenommen.
Jeder von ihnen erhält alle Rechte und übernimmt alle Pflichten der Familie. Fortan sind sie Bürger Evereskas und ihnen gebührt der Namenszusatz Ni Elthyr.
Mit dieser Beurkundung sind sie Eladrin, Gleiche unter Gleichen.

Verfall

Brief von Siona Darkwood an Bug Drumlin

1. Tag
Lieber Bug,
als ich gesehen habe, wie schwer dich mein Anblick getroffen hat, ist mir erst wirklich klar geworden, was ich dir angetan habe. Ich kann nicht verlangen, dass du mir jemals verzeihst.
Ich war ein junges, dummes Ding, als ich dich zurückgelassen habe. Ich bin geflohen, weil ich Angst vor der Verpflichtung hatte. Gern hätte ich dir persönlich erklärt, was der Pakt mit den Feen, den Blaire und ich in uns tragen, für uns bedeutet. Deine Überraschung mich als Geist wieder zu sehen, dein Schwächeanfall … ich war wirklich grausam zu dir, mein teurer Bug. Und in all den Jahren, die vergangen sind, habe ich oft an dich denken müssen. Ich kann dir nur anbieten, dass wir uns nach eurer Reise aussprechen.
Viel Glück, Siona

Erzählung von Salvador Gorbacho, Paladin der Melora

1. Tag
Für meine Befreiung schulde ich Euch Dank, Scheik Argas Cyrian Griktari, und ich danke auch Melora, die Euch in all Ihrer Güte von dem Wahn befreit hat, der uns zu Todfeinden machte. Ihr sagt, Ihr könnt Euch nicht erinnern? Dann lasst Euch von einem bescheidenen Diener die Taten des Eures Stammes vor Augen führen, der sich der Zerstörung und dem Missbrauch verschrieben hat.
Wisset, ich hege keinen Groll gegen Euch. Ich habe Euch bis aufs Blut bekämpft und ich bedaure keinen Tropfen, den ich Euch gekostet habe. Doch unser Duell war an einem fernen Ort und Ihr wart ein Anderer. Das Biest hatte die Oberhand in Euch und Ihr hattet Euch zum Erfüllungsgehilfen des gehörnten Königs gemacht, der alles niedertrampelt und sich am Untergang allen Natürlichen erfreut. Gepriesen sei Melora, die schützt, was rein und unverdorben ist! Sie stellt sich gegen den Prinzen der Ungeheuer und in Ihrem Auftrag war ich ausgezogen, Euch aufzuhalten.
Als wir aufeinander trafen, teurer Scheik, da wart ihr wie ein tollwütiges Tier. Gewaltig, aber orientierungslos, ein Anführer, doch hirnlos sabbernd. Wir prallten aufeinander in einem entsetzlichen Kampf und schließlich entluden sich die Mächte, die uns verliehen waren.
Als ich wieder zu Bewusstsein kam, war ich gefangen in versteinerter Gestalt, hier, unter fremdländischem Volk und mein Erzfeind stand mir gegenüber, gesund an Körper, Geist und Seele. Ich preise Melora, denn Ihr, oh Scheik, habt Euch wieder der Natürlichkeit zugewandt und seid frei von Baphomets Fluch.

Erzählung der Shadar-kai-Hexe Shin‘tarra

1. Tag
Mir ist es verdammt egal, ob dieser Minotaur hier verflucht ist oder nicht. Seine degenerierte Verwandtschaft fällt über mein Volk her. Die Hornständer dringen in unser Reich ein, vernichten unsere Siedlungen und töten alle, die nicht schnell genug fliehen können. Und das hier ist auch nicht der verderbte Scheik Argas. Der wurde vor 80 Jahren von Euch, Salvador Gorbacho, im Duell erschlagen. Viel ist nicht überliefert, aber er war verschwunden nach dem Kampf und wir haben ihn bestimmt nicht vermisst. Sein tumber Bruder Fanras übernahm den Platz an der Spitze der Griktari und das hat die Kuhgesichter eine Weile gebremst.
Als ich herausfand, dass Ihr nicht gefallen seid, sondern Euch die Zauberpest verschlungen und in diese Menschensiedlung verbannt hat, habe ich alles daran gesetzt, Euch zu befreien. Ihr müsst uns helfen! Die Shadar-kai werden in den Wüsten Calimshans nicht überleben, wenn sie ihr Schattenreich verlieren. Scheik Fanras ist zwar noch das Oberhaupt der Griktari, aber ist ein Greis. De facto führt sie sein Sohn Nukul. Und er ist der Schlimmste in dieser Brut des gehörnten Dämonenfürsten. Wenn er in die Schlacht zieht, dann schmückt er seine Hörner mit den Schädeln unserer Kinder.
Wir brauchen Euren Beistand! Kümmert Euch nicht um diesen Haufen streunender Abenteuer. Sie haben Eure Erlösung aus dem steinernen Fluch nur in die Länge gezogen. Ohne ihre Einmischung hätte ich Euch längst befreit. Kommt mit mir! In Calimshan wird sich Euer Schicksal erfüllen. Zusammen werden wir die Minotauren für Ihre Gräuel bestrafen und für immer von der Welt fegen!

Brief vom Pseudodrachen Cosmo an Tika

17. Tag
Liebe Tika, seit zwei Wochen gebe ich mir nun größte Mühe, dein Verschwinden vor Galadas geheim zu halten. Firndala und Blaire haben notgedrungen eine Geschichte erfinden müssen, um Galadas davon abzuhalten, euer Zimmer aufzusuchen. Die Goblinfrauen patrouillieren vor der Tür und immer, wenn Galadas sich nach dir erkundet, simuliere ich Schmerzenslaute. Ich weiß nicht, wie lange er noch glaubt, dass du einer langen, ungemütlichen Transformation ausgesetzt bist. Wenn du in nächster Zeit zurückkehrst, wäre es sehr hilfreich, wenn du vielleicht die Gestalt gewandelt hättest – falls du das einrichten kannst. Ansonsten wäre es ausgesprochen großzügig, wenn du deinen drei Helfern eine Aufwandsentschädigung mitbringen würdest. Es ist wirklich recht anstrengend für uns. Die Halblingsdamen würden sich bestimmt über Naschwerk freuen. Ich bevorzuge ein Cape. Alternativ nehme ich auch Fingerringe. Auf meinen Platinschuppen kommt Silber allerdings nicht zur Geltung. Wenn du ein hübsches Rotgold auswählen könntest. Danke.
Ach, und bringe für Firndala Noten für ein Cellostück mit. Naissilu hat ihr ein Cello geschenkt, das mit ihrem Schwert verschmolzen ist. Aber ich glaube, sie kann damit nicht umgehen. Jedenfalls spielt sie es nicht.
Und bevor ich es vergesse, wir sind jetzt auf dem Weg nach Calimport.

Aufzählung der Gesetze der Griktari durch den Minotauren Achmed

25. Tag
Dies verlangen die Scheiks und Imame des Baphomet in diesem Reich:

  • Sterben muss, wer einen Scheik oder Imam angreift.
  • Sterben muss, wer verzauberte Gegenstände sein eigen nennt oder mit sich führt.
  • Sterben muss, wer Zauber, Rituale oder andere Arten der Magie verwendet.
  • Sterben muss, wer gegen die Obrigkeit Widerstand leistet oder rebelliert.
  • Kerker oder Arbeitslager erwartet den, der andere Götter als Baphomet verehrt.
  • Kerker oder Arbeitslager erwartet den, der Kriegswaffen oder Rüstungen besitzt.
  • Kerker oder Arbeitslager erwartet den, der die Spiegelgarde angreift.
  • Kerker oder Arbeitslager erwartet den, der sich unerlaubt in einer verbotenen Zone aufhält.
  • Kerker oder Arbeitslager erwartet den, der unerlaubt außerhalb seines Siedlungsgebiets reist.
  • Kerker oder Arbeitslager erwartet den, der einen Sattel besitzt.
  • Kerker oder Arbeitslager erwartet den, der Lesen oder Schreiben unterrichtet.
  • Kerker oder Arbeitslager erwartet den, der Schriftstücke besitzt.
  • Den blutigen Kuss der Peitsche erhält, wer verspätet oder unvollständig den Tempelzehnt zahlt.
  • Den blutigen Kuss der Peitsche erhält, wer Blickkontakt mit einem Scheik oder Imam aufnimmt.
  • Den blutigen Kuss der Peitsche erhält, wer unerlaubt eine Schmiede verwendet.
  • Den blutigen Kuss der Peitsche erhält, wer versäumt, sein erstgeborenes Kind im dritten Lebensjahr der Spiegelgarde zu übergeben.
  • Den blutigen Kuss der Peitsche erhält, wer es unterlässt einen Gesetzesbrecher anzuzeigen.

Meldung in der Calimport Gazette

28. Tag
Menge tobt für Kabinett des Wahnsinns
Unsere schöne Stadt, die von Lustbarkeiten und Amusements ohnehin gesegnet ist, ist um eine Attraktion reicher. Ein gewisser Freiherr Galadas von Wilfenstedt hat sich mit seiner Truppe im Hotel Sternenruh einquartiert – wie unser Berichterstatter in Erfahrung bringen konnte, hatten sie eine halbe Etage im durchaus gehobenen Ambiente angemietet. Zunächst unbemerkt von der Öffentlichkeit erholten sie sich einige Tage von den gewiss anstrengenden Strapazen ihrer Kunst, doch gestern sammelte sich bereits die Menge vor dem Hotel. Unter lautem Jubel zeigten sich vier aus der siebenköpfigen Truppe am Fenster: eine attraktive Halblingsfrau, eine Genasi mit dunklem Schopf, ein Gnom und ein weiß gekleideter alter Mann. Ihr Anführer, der Freiherr Galadas, hielt sich vor der Publikum verborgen. Es gehen vielerlei Gerüchte über ihn durch die Straßen – eines übertrifft das andere. Zuverlässig hingegen ist, dass Sir Galadas’ Kabinett des Wahnsinns für eine Aufführung auf dem Silberberg geladen wurde: heute Abend im Haus der Grandenfamilie Kugres. Der geneigte Leser kann gespannt sein, wann die Truppe zukünftig in Calimport zu sehen sein wird und was genau eigentlich ihre Kunst ausmacht. Offenbar beabsichtigen sie länger unter uns zu weilen, da Sir Galadas ein edles Anwesen am Perlenmarkt erstanden hat, das zuvor als Handelshaus für Unterhaltungskräuter diente.

Niedergang

Brief von Lady Saharel an Blaire Darkwood, als Schriftrolle zugestellt in Minos Schädel

7. Tag
Ich schulde Euch noch eine Antwort. Leider verfüge ich derzeit nicht über die ganze Fülle meiner Fähigkeiten, sodass ich im Augenblick nur einzelne Zutaten für Euer Rezept erkennen kann:

  • 5 Unzen Mehl aus den Knochen eines Freundes
  • 1 Tropfen Blut des Ältesten

Begegnung in der Wüste

9. Tag
Der Prinz der Ungeheuer gewähre dir Kraft, meine Freundin. Die Wüste ist groß und ich bin nur eine geringe Reisende. Welche Freude, dass sich unsere Wege hier kreuzen. Sag, wie ist es dir ergangen? Ist deine Familie gesund? Deinem Stamm ergeht es wohl? … Oh, mein Herz ist erleichtert, das zu hören. Ich besitze einen kleinen Vorrat für die Wasserpfeife. Würdest du mir die Ehre erteilen, davon zu kosten. Vielleicht können wir eine Weile zusammen sitzen und uns unterhalten. Ich weiß, dir kann ich vertrauen, meine Freundin. Wir sehen uns selten, doch ich schulde dir viel und du bist wie eine Schwester zu mir gewesen. Daher will ich dir im Vertrauen erzählen, was sich bei uns zugetragen hat.
Vielleicht zwei Wochen ist es her, da besuchte uns ein fremder Minotaur. Er kam von außerhalb der Grenzen der Griktari und schien mit unseren Sitten und Gebräuchen nicht vertraut. Offenbar beliebte es dem gehörnten König zur gleichen Zeit eine Zug der Spiegelgarde zu uns zu schicken. Der Fremde benötigte nur wenige Augenblicke, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und noch einmal die gleiche Zeit, um sein Leben auszuhauchen. Meine Freundin, du bist vertraut mit dem, was den Verstorbenen wiederfährt, wenn man sie nicht ordentlich versorgt, daher warfen wir den Kadaver über die Klippen, hinunter zu den Echsen und Skorpionen. Damit schien die Angelegenheit erledigt.
Einige Tage später erschien ein Schiff am Horizont. Gelb wie die Sonne war sein Rumpf, die Segel blähten sich prall im Wind und es flog tatsächlich viele Schritt über dem Sand der Wüste. Auf Deck tumelten sich Goblins und Goblins, doch das sonderbarste waren die Offiziere: ein blassgefärbter Minotaur, ein Halbelf, zwei Halblinge, eine Genasi, ein Gnom, ein Mensch und ein zwergischer Geist. Angeführt wurden sie von einem winzigen Pseudodrachen, der mit wehendem Cape und Stirnband am Ruder stand. Captain Cosmo war sein Name.
Sie wollten ihren gefallenen Freund wiederbeleben. Seit drei Generationen ist dergleichen niemandem mehr gelungen. Das Biest behält die Toten für sich und lässt sie nicht zurück ins Leben, doch diesen Leuten ist es gelungen. Der Verstorbene lebt wieder; er war nicht untot. Und damit nicht genug: Der Auferstandene zieht mit Captain Cosmos Crew gegen den Imam des Tafelbergs.
Meine Schwester, es besteht Hoffnung!

Im Thronsaal des Sultans

12. Tag
“Oh, mächtiger Sultan Fanras, Scheik der Herzen, der König der Biester schenke Euch ein langes, glorreiches …”
“Was hast du angestellt, Imam, dass du mich mit Lobpreisungen vernebeln willst? – Stottere nicht herum! Dein Zögern beleidigt meinen Willen.”
“Herr, Imam Liscom ist gescheitert. Der Residuum-Turm wurde geschleift.”
“Was bedeutet das für meine Einladung an Baphomet?”
“Ich fürchte, Ihr werdet Sie nicht aufrecht erhalten können. Das Richtsignal in sein Reich war noch nicht stark genug. Es ist mit dem Turm gefallen.”
“Wissen die Imame, was passiert ist?”
“Derzeit nicht. Aufklärer sind unterwegs.”
“Haben die Imame einen Ersatzplan?”
“Sultan, wir …”
“Habt ihr einen Ersatz, Namik?”
“Es gibt Alternativen, doch sie sind … kompliziert. Die Mysterien …”
“Verschone mich! Eure Mysterien habt ihr zum Großteil selbst geschrieben. Erinnere dich, wer dieses Reich aufgebaut hat! Ohne mich wäret ihr immer noch ein Haufen Kultisten im Kellergewölbe einer Kleinstadt.”
“Gewiss, Sultan.”
“Verstärkt den Schild. Ich habe Liscom gewarnt, dass er den Göttern nicht erlauben kann, sich hier einzumischen. Er war bereit, das Risiko einzugehen. Ich bin es nicht! Nicht mehr. Verstärkt den Schild.”
“Oh Scheik, bedenkt: das wird eurem Sohn nicht gefallen. Das Schild zehrt an den Kräften seiner Offiziere.”
“Nukul muss mit dem auskommen, was ich ihm übrig lasse. Nicht umgekehrt. Verstärkt den Schild!”

Brief des Imam Namik an Rasin, Hauptmann der Spiegelgarde

15. Tag
Imam Liscom ist gefallen. Die ganze Anlage wurde zerstört und das ganze Gefolge Liscoms getötet. Unsere Aufklärer haben am Fuße des Gebirges ein fliegendes Schiff und eine große Anzahl Ungläubiger gesichtet, die eines der Dörfer überfallen haben und unser Volk nun zu Frondiensten zwingt und ihm unreine Dienste abverlangt. Wir können unsere Brüder und Schwestern nicht im Stich lassen! Imam Liscom muss gerächt werden!
Der Großwesir hat mich beauftragt, den Tod der Ungläubigen in die Wege zu leiten. Ich weiß um Eure Erfolge bei der Befreiung der Schattentore und der Vertreibung der Shadar’kai von ihren Grenzposten. Ich weiß auch um Euren Ehrgeiz und wie sehr Euch der Ruhm des Krieges zugestanden hätte. Statt unser Reich weiter auszudehnen seid Ihr angewiesen worden, Euer Heimatgebiet zu beaufsichtigen. Die Jahre des ereignislosen Wartens müssen Euch eine lange Prüfung gewesen sein, doch nun ist die Zeit des Harrens vorüber. Der Feind hat das Innere unseres Reiches betreten und Ihr seid das Werkzeug unseres Herrn ihn zu zerschmettern. Zieht aus, Rasin! Zieht aus und nehmt alle Spiegelgarden mit Euch, die Ihr erreichen könnt.
Und wenn Ihr mir die Köpfe der Ungläubigen bringen werdet, dann will ich dafür Sorge tragen, dass die Griktari im ganzen Reich Euren Namen mit Ehrfurcht aussprechen.

Tagebuch von Shin‘tarra

27. Tag
Liebes Tagebuch,
ich bin verlobt. Vor allen anderen gebe ich mich gelassen und abweisend, wie es von mir erwartet wird, aber zu dir kann ich ganz offen sein: Wie großartig!
Die Griktari sind zerrissen und wenn es dem neuen Anführer gelingt, den Sultan zu stürzen, wird es ein dauerhaftes Bündnis zwischen den Minotauren und unserem Volk geben. Als Pfand für diesen Bund werden zwei Hochzeiten geschlossen. Die eine ist bereits arrangiert. Der neue Sultan wird Galadas zum Großwesir ernennen und ich werde an seiner Seite auf der materiellen Ebene leben. Die andere Ehe soll einen umgekehrten Bund schließen, bei dem ein Repräsentant der Griktari sich in das Schattenreich vermählt.
Ich bin so aufgeregt. Galadas ist unglaublich gut aussehend. Sein langes Haar glitzert in der Sonne und selbst im Dämmerlicht der Heimat schimmert es unaufhörlich. Wenn er mich anschaut, dann mag ich kaum so kalt und herablassend sein, wie er es sicher von einer guten Ehefrau erwartet. Seine Hände …

Tiefwinter

Im Thronsaal des Sultans

7. Tag
“Oh, mächtiger Sultan Fanras, Scheik der Herzen, der König der Biester schenke Euch ein langes, glorreiches …”
“Was gibt es Neues von der Schlacht?”
“Die Rebellen aus den Außenbezirken haben den Shadar’kai Zutritt in unser Land gewährt. Der Verräter Rasin hat sich mit den Sandgnomen verbündet. Ihre Purpurwürmer haben unsere Artillerie fast völlig vernichtet. Fremde Priester, Meloraner, sind beim Angriffsheer erschienen und beschneiden unsere Spiegelgarde in ihren Möglichkeiten. Die Kristallszepter aus Lautwasser funktionieren nicht mehr.”
“Die Kavallerie?”
“War erfolgreich, aber nicht in dem gewünschten Ausmaß. Die gegnerischen Truppen werden aber dennoch nicht in der Lage sein, die Mauern zu stürmen. Unsere Luftwaffe und die Geschützetürme sind ungeschwächt.”
“Dann sagt Nukul, er soll die Führung dieses zusammengewürfelten Sauhaufens unter dem Banner Bahamuts angreifen.”
“Das hat er bereits getan, oh Scheik. – Nukul ist gefallen.”

Erzählung eines Unbekannten

‘’10. Tag’’
… eine komplexe Zeremonie. Lithurgien dreier Götter und das Krönungsprozedere wurden für die Doppelhochzeit miteinander verwoben. Und dann auf dem Höhepunkt, gerade bevor die Worte der Vermählung gesprochen werden konnten, barsten die Fenster der Kathedrale auf beiden Seiten. Maskierte Attentäter wohin man schaute. Ich wähnte mich auf der Schwelle des Todes. Mir wird noch immer der Hals ganz trocken, sobald ich mich erinnere. Wenn Ihr vielleicht noch einen Schluck … habt Dank.
Rauch, Gas und Feuer flogen von allen Seiten. Die hohen Gäste waren unbewaffnet. Die Ehrenwache war völlig überfordert. Panik brach aus und wogte um mich herum. Ich blickte vor zum Altar, hoffte auf unsere Befreier. Sie hatten die Stadt erobert, den Sultan besiegt, unsere Seelen aus den Klauen des Prinzen der Biester gerissen und die Kinder vom Dienst in der Spiegelgarde erlöst. Sie würden uns sicher vor diesen weltlichen Angreifern schützen. So hoffte ich … oh, der Becher ist wieder leer. Ihr seid zu gütig.
Ich sah die Salve kaum, bevor die Bolzen in die Leiber unserer Helden einschlugen. Blaue, nicht-stoffliche Symbole von Geschossen bohrten sich ihnen in die Brust. Der Bräutigam Galadas, der Großwesir werden sollte, stemme sich unter Schmerzen aus seiner knieenden Position vor dem Altar hoch. Die Braut des anderen Paares, die edle Ethilie Blackspirit, war ebenfalls auf den Beinen, doch zu langsam, um dem Schuss zu entgehen. Zwischen den beiden hindurch zischten zwei blaue Streifen und versanken in den Halblingsdamen Blaire Darkwood und Firndala Tinkerbell. Man sagt sie seien die Brautjungfern beider Bräute gewesen und sie hatten dem Angriff nichts entgegen zu setzen. Hättet Ihr noch einen Schluck …?
Auch der Gnom Bug Drumlin wurde nicht verschont. Seine druidischen Künste waren ihm kein Schild in dieser Not. Was hätte er diesem feigen Angriff auch entgegensetzen sollen, wenn selbst zwei mächtige Krieger wie Ulissian und Scheik Argas Cyrian Griktari vom Einschlag strauchelten?
Aus der Kuppel der Kathedrale schwang sich eine Menschenfrau herunter. Sie hielt die Armbrust locker an der Seite, die die unwirklichen Bolzen verschossen hatte. Ich wunderte mich noch wie entspannt sie sich ihren Gegner stellte. Jene Verletzungen konnten jene Helden sicher nicht aufhalten, die in der Schlacht auf den Gleißenden Feldern so ruhmvoll durch die Reihen der Verteidiger geschnitten hatten. Doch ich rätselte nicht länger über die Ruhe der Menschenfrau, als ich sah, was ihre Geschosse bewirkten. Unser Scheik, beinahe Sultan, und Galada, beinahe Großwesir, wurden blass und steif. Ihre Bewegungen endeten in fassungslosen Gesten. Alles Leben wurde ihnen ausgesogen, wie aus einem feuchten Schwamm in der Hitze der Wüstensonne oder aus einem Becher in der Hand eines durstigen Geschichtenerzählers … sehr freundlich von Euch.
Sie versteinerten und die letzten Regungen, die ihnen möglich waren, zeigten sich in ihren Augen als sie die Angreiferin erkannte. Die Menschenfrau schlenderte zu Galadas herüber, lächelte ihm die Herablassung des Siegers ins Gesicht. Trotz all des Aufruhrs hörte ich ihre Worte. “Ich hatte mir immer gewünscht, eine zentrale Rolle bei deiner Hochzeit zu spielen, Galadas.” Dann hauchte sie ihm einen Kuss zu und die leuchtende Hölle brach aus.
Blaues Licht blitzte zwischen den versteinerten Helden, sprang von ihnen über und schlug durch die Kathedrale. Bänke erhoben sich in die Luft. Neben mir verlor eine Säule ihre Form und begann zu schmelzen. Die Attentäter warfen noch mehr Rauch und Flammen. Ich gestehe, dass ich mich meiner Angst hingab und mich der kopflosen Flucht anschloss, die bereits soviele ergriffen hatte. Dadurch blieb mir allerdings das Schicksal derjenigen erspart, die sich der Menschenfrau entgegenwarfen und in den blauen Sturm gerieten. Ihr habt sicher gehört, was aus Ihnen geworden ist, nicht wahr?

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